Mythos 1: Barbets haaren nicht.

 

Immer wieder liest man davon, dass Barbets nicht haaren. Welche Erfahrung haben wir sammeln können?

Richtig ist, dass Barbets nicht laufend "Stichelhaare" verlieren, die an der Kleidung haften. Aber, dass Barbets gar keine Haare verlieren, können wir nicht unterstreichen. Wir haben bislang folgende Regel erkennen können:

 

kurzes Fell --> regelmäßig gekämmt --> Haare gehen nicht weiter verloren, auch nicht beim Kratzen, bzw man findet sie nicht, weil sie so kurz, dünn und weich sind.

 

langes Fell --> regelmäßiges, fast tägliches Kämmen an den kritischen Stellen ist Pflicht, sonst verfilzt es.

Dieses sind:

- hinter / unter den Ohren

- am Bart

- rund um den Hals auf Höhe des Halsbandes

- die Achseln

- der Brust-/ Bauchbereich 

- die sog. "Hose" des Hundes.

Beim Kämmen bleibt enorm viel Haar hängen. Und wenn man nach dem Kämmen und kräftigen Ausbürsten mit einer nassen Hand über das Fell streicht, ist zu erkennen, wie viel loses Haar noch verblieben oder durch das Kämmen entstanden ist. Das sind abgestorbene Haare, von der man den Hund dann befreit hat. 

Kratzt sich ein langhaariger Barbet, bleiben Haarbüschel von diesen abgestorbenen Haaren liegen und bilden dann "Wollmäuse". Aber wenigsten sind sie weich und haften nicht an der Kleidung.

 

Wegen der schönen Haare ist es übrigens empfehlenswert, dass der Barbet kein Halsband, sondern eine Rundhalsung trägt. Ein normales Halsband würde ziemlich schnell die Haare rund um den Hals verfilzen lassen.


Interessanterweise bringt es u.E. die Beschreibung auf der Homepage des United Barbet Club - a club for all North American Barbet Dogs unter der FAQ-Rubrik sehr gut auf den Punkt: Barbets verlieren nicht Fell wir andere Hunde, weil sie eben kein Fell sondern Haare haben. Aber die "Unterwolle" geht etwas verloren. Und genau die findet man nach dem Kämmen oder Duschen in der Bürste/dem Kamm oder in der Badewanne/Duschtasse. Und damit es nicht verfilzt, ist sehr regelmäßiges Kämmen / Bürsten angesagt.

Auch ansonsten sind die Ausführungen dort unter "Barbet 101" sehr interessant und geben einen schönen Überblick bzw Hilfestellungen zur Orientierung. (Über den stilisierten Barbet im Logo kann man geteilter Meinung sein, Jacko sieht jedenfalls anders aus :-) aber inhaltlich ist die Seite überzeugend.


Mythos 2: Barbets sind "hypoallergen".

Es gibt Seiten über den Barbet, in denen wird darüber berichtet, dass Barbets für Allergiker geeignet sind. Wir wagen das mal zu bezweifeln, denn die Allergie geht nicht vom Haar selbst sondern von dem Eiweißmolekül aus. Das wiederum wird durch Schlecken etc auf das Haar verbracht. Warum sollte also ein Barbethaarkleid für Allergiker geeignet sein? Diese HP bringt den Mythos über hypoallergene Hunde irgendwie auf den Punkt. Erkenntnis: es kommt darauf an, kann sein oder auch nicht sein, ist individuell sehr unterschiedlich und darauf verlassen sollte man sich nicht, denn was wäre es für ein Drama, wenn ein Welpe umplatziert werden müsste, weil die neuen Eigentümer doch allergisch reagieren.

 

Also immer vorher testen und nicht auf Pauschalaussagen "allergikergeeignet" verlassen. Und testen sollte man jeden Welpen, denn es ist sehr individuell.

 

2 Anmerkungen am Rande, die die unklare Situation beschreiben:

- Wir selber hatten das große Glück, dass Jacko bei uns einzog, weil die ursprünglich angedachten Eigentümer doch allergisch reagierten.

- Eine Freundin von uns, die auf alle Tierhaare allergisch reagiert, hat auf Jacko keine allergischen Reaktionen gezeigt.

 

Und noch eine Anmerkung: Wenn man nicht auf die Haare allergisch ist, aber z.B. auf Pollen, dann sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Barbet nicht nur enorm sandet, so dass man ein Haus damit bauen könnte, nein, natürlich schleppt er auch zusätzliche Pollenmengen mit ins Haus, die man sonst lieber draußen lassen würde. Und beim Streicheln ist man diesen natürlich zusätzlich ausgesetzt.